Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Gefährdete Arten

Kapitel in: Gefährdete Arten

Der Biber

Der Biber ist Europas größtes Nagetier: vom Kopf bis zum Schwanzende mißt er rund eineinviertel Meter, wobei der stattliche Schwanz etwa ein Viertel der Gesamtlänge ausmacht. Das Gewicht: fast 30 Kilo. In Anpassung an ihre Lebensweise - Biber halten sich überwiegend im Wasser auf - haben die Tiere Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüße; der Schwanz, »Kelle« genannt, ist zu einem 15 Zentimeter breiten Steuerruder abgeplattet. Beim Tauchen, das sie fast eine Viertelstunde lang durchhalten können, verschließen die BBiber ihre Ohr- und Nasenöffnungen. Außerdem haben sie ein außerordentlich dichtes Fell aus kräftigen Deckhaaren mit vielen gekräuselten Wollhaaren darunter. Das schützt sie vor Nässe und, zusammen mit einer beachtlichen Speckschicht, auch vor Kälte.Gefährdete Arten

Biber sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich vor allem von zarter Rinde und Zweigen von Weichhölzern, daneben aber auch von Wasser-und Uferpflanzen sowie Wurzelwerk. Als Unterschlupf legen sie sich entweder Höhlen in der Ufefböschung an, oder sie bauen Reisigburgen mitten im Wasser - je nach den örtlichen Gegebenheiten. Die Eingänge zu den Bauten, die im Innern einen geräumigen Kessel haben, liegen immer unter Wasser. Damit sich daran nichts ändert, regulieren die Biber schwankende Wasserstände, indem sie Staudämme aus Ästen, Erde und Schlamm bauen (auf der Zeichnung rechts oben zu sehen). Zu diesem Zweck fällen sie nahe am Wasser stehende Bäume, indem sie sie abnagen (links unten). Die etwa zwei Meter langen Äste und Zweige der gefällten Bäume verwenden sie zum Bauen, der Rest dient ihnen als Nahrung. Alle diese Arbeiten verrichten die Biber fast nur bei Dunkelheit.

Biber sind auch im Winter aktiv; sie halten keinen Winterschlaf. Ihre Paarungszeit liegt im Februar und im März. Nach dreimonatiger Tragzeit bringt das Weibchen zwei bis drei Junge zur Welt. Die werden mit offenen Augen geboren. Ihre Aufzucht dauert lange. Und erst mit vier Jahren sind Biber fortpflanzungsfähig.

Früher waren Biber über fast ganz Europa verbreitet. Daß davon heute keine Rede mehr sein kann, ist in erster Linie menschlicher Jagdgier zuzuschreiben: Biberfelle waren wegen ihrer außerordentlichen Güte sehr begehrt. Aber die Biber leiden auch unter der fortschreitenden Veränderung der Landschaft, vor allem im dichter besiedelten Europa. Wenn Auwälder an nicht zu kleinen Gewässern durchforstet, entwässert oder gar abgeholzt werden, wird ihnen die Lebensgrundlage entzogen. So gibt es nur noch in der Sowjetunion, in Ostpolen, in Südnorwegen und im Rhönedelta Biberkolonien - und in Deutschland, wo Biber in einem Schutzgebiet an der Elbe und ihren Nebenflüssen, zwischen Torgau und Magdeburg, überlebt haben. Dort soll es inzwischen wieder 2000 Biber geben. In jüngster Zeit ist es gelungen, auch in Bayern durch Wiedereinbürgerung mehrere Biberkolonien zu schaffen.

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