|
Charakteristisch
ist die Weidelandschaft mit vielen Hecken.
Aus dem feuchten, waldarmen Flachland südlich der Unterelbe steigt ein
bewaldeter Bergzug empor: die Wingst. Ihr höchster Punkt, der Silberberg,
liegt 74 Meter über der Nordsee, deren Wasser bei den verheerenden Sturmfluten
der letzten Jahrhunderte wiederholt bis an die ersten Hänge heranrückte.
Die Wingst entstand als Endmoräne während der vorletzten Eiszeit:
Bis hierher schoben die aus Skandinavien vorrückenden Gletscher riesige
Mengen an Gesteinsschutt. Ursprünglich war die Wingst mit Eichen,
Hainbuchen,
Birken
und Eiben
bewachsen. Später kam die Rotbuche
hinzu Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurde das Land stark beweidet
- die Folge: diese Wälder
verschwanden, die Wingst wurde zu einer Heidelandschaft. Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts begann die Wiederaufforstung. Man pflanzte schnellwachsende Nadelhölzer.
Doch immer noch machen Eichen, Buchen und Hainbuchen ein Viertel des Gesamtbestandes
aus. Zusammen mit den Nadelbäumen bilden sie bunte Mischwälder.
Es
gibt viele Wanderwege und Ausflugsstätten.
Ihren Namen hat die Wingst der Sage nach von dem Riesen Wingis. Der hatte im Harz einen Silberschatz gefunden und wollte nun die Welt kennenlernen. Als er aber ans Meer kam, war ihm das viele Wasser unheimlich; er suchte sich lieber einen erhöhten Platz, um dort zu bleiben: die Wingst. Sein Sohn Bolik wollte es dem Vater gleichtun. Von einer Wanderung brachte er einen riesigen Sack mit silbrigglänzenden Brocken mit. Stolz schüttete er seinen Schatz vor den Eltern aus - doch es waren nur ganz normale Steine. Aber der aufgeschüttete Steinhaufen heißt bis heute Silberberg.
Einen eigentümlichen Namen besitzt der Fahlenberg an der Ostseite der Wingst: er heißt auch Deutscher Olymp. Aber es war nicht der germanische Göttervater Wotan, der für diesen aus der antiken Mythologie entlehnten Namen sorgte (der griechische Olymp galt als Sitz der Götter), sondern ein geschäftstüchtiger Wirt. Dieser hatte 1852 am Fahlenberg ein »Lusthaus mit schlängelnden Wegen« angelegt. Der Aussicht wegen pries er den Berg als Deutschen Olymp - und der zugkräftige Name blieb; auch in Landkarten kann man ihn finden.
In
den Wäldern um Aurich trifft man nicht nur Wanderer, sondern auch viele
Reiter.
Auf der Anhöhe steht ein 29 Meter hoher Betonturm mit verglaster Aussichtsplattform und Aufzug. Am Fuß des Olymps liegen Spielplätze, ein Erholungspark, ein Observatorium, Babyzoo und Kinderzoo. Dort werden vor allem Menschenaffen, aber auch Nashörner und Flusspferde, Bären und Känguruhs sowie Löwen, Tiger und Luchse aufgezogen, die von ihren eigenen Müttern nicht versorgt werden oder keine mehr haben.
Das 1100 Hektar große geschlossene Waldgebiet der Wingst ist heute Wirtschaftswald und Erholungslandschaft zugleich. Ein Netz von nummerierten Wanderwegen und Radwanderwegen durchzieht die Wingst.