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Jahresringe

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Sogar die Pfahlbauten lassen sich jetzt datieren

Beim Vergleich der irischen Jahresringmuster mit den für Nord- und Süddeutschland aufgestellten Sequenzen fand man eine ausgezeichnete Übereinstimmung, die wegen der klimatischen Unterschiede erstaunlich ist. So wurde es möglich, die verschiedenen, teils regionalen Muster zu einem gemeinsamen Kalender für Westeuropa zusammenzufügen. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man auch einen Fehler in der deutschen Baumchronologie, der dazu geführt hatte, daß alles Holz aus der Zeit vor dem Jahr 546 vor Christus als zu jung eingestuft worden war. Jetzt weiß man: dieses Holz ist exakt 71 Jahre älter.

Der westeuropäische Kalender ist zwar lückenlos, aber nicht in allen Abschnitten gleich gut fundiert. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Genauigkeit um so größer ist, je mehr zeitlich überlappende Funde für eine Epoche vorliegen, und für manche Epochen gibt es halt leider nur sehr wenige solcher Funde.

Der für alle westeuropäischen Länder gültige Baumringkalender eröffnet der Dendrochronologie neue Möglichkeiten, zumal man ihn mittlerweile an den amerikanischen Borstenkiefern- Kalender anschließen konnte. Man verfügt jetzt über ein Gerüst, das bei einzelnen Funden sehr genaue Zeitbestimmungen zuläßt - so auch die absolute Datierung prähistorischer Pfahlbauten. Außerdem hofft man, verschiedene geologisch-ökologische Fragen, etwa die Entstehung von Mooren oder den früheren Verlauf von Flüssen, besser erklären zu können. Schließlich sind Baumringkalender auch für die Klimaforschung wichtig. So hat sich herausgestellt, daß der Gehalt an Kohlenstoff 14 in den Jahresringen deutlichen Schwankungen unterliegt, die mit der wechselnden Sonnenaktivität zusammenhängen.


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