Von alters her gehört der Holunder zum Dorfbild. Auf fast jedem Hof, an jeder Scheune hatte er seinen angestammten Platz. Heute scheint er etwas "aus der Mode gekommen".
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Markant und unverwechselbar: der etwas unangenehme Duft des blühenden Buschs im Mai und im Juni. Seine kleinen, gelblich-weißen Blüten (je fünf Kelch-, Kron- und Staubblätter, die der Sage nach der Wohnsitz der schützenden Hausgöttin, der Frau Holle sind) stehen in Schirmen beisammen: So lassen die Fruchtstände mit ihren violettschwarzen kleinen Beeren sich ohne Mühe pflücken. Die Früchte, prallvoll mit süßem Saft, der zu Kaltschalen, Wein, Schnaps, Likör verarbeitet werden kann, gelten in der Heilkunde als abführend und harntreibend. Aus den Blüten kochte man früher Tee, den schweißtreibenden "Fliedertee" (der auch bei katarrhalischen Krankheiten und sogar bei Wassersucht hilft), denn der Holderbusch wurde vor allem in Norddeutschland "Flieder" genannt. In Süddeutschland kennt man auch die aus Blüten zubereiteten "Hollerküchlein". Eine Zeit lang wurde der Holunder als "lebende Hausapotheke des deutschen Bauern" bezeichnet.
Gelegentlich wird der Schwarze Holunder verwechselt mit dem giftverdächtigen Zwerg-Holunder. Der wächst jedoch nur anderthalb Meter hoch, ein krautig unverzweigtes Gewächs.